Bitte Anklopfen!

In ihrer Praxis hilft die Heilpraktikerin und systemische Therapeutin Silvia Brass Menschen auch bei Burn-out oder Depressionen. Dabei kommt unter anderem die sogenannte Klopfmethode „PEP®“ zum Einsatz. Was es damit auf sich hat, erzählt uns die sympathische Bergisch Gladbacherin im Interview.

Viele Menschen haben mit den Auswirkungen der Pandemie zu kämpfen und leiden verstärkt an Depressionen und oder haben Anzeichen eines Burn-outs. Auch das Selbstwertgefühl bleibt bisweilen auf der Strecke. Wie können Sie helfen?

Diese Diagnosen sind erst einmal wie ein Stempel: „Du bist nicht mehr arbeitsfähig“ und das ist für viele wie ein Schock. Dann melden sich recht schnell Gefühle von „hilflos der Krankheit ausgeliefert zu sein“, über Scham bis hin zu Existenzängsten. Allen gemein ist, dass die Betroffenen ihre Stärken und Ressourcen gar nicht mehr sehen können. Damit sind die negativen Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl meistens sehr spürbar und ein wesentlicher Teil meiner Arbeit besteht darin, dies wieder zu stärken und in eine Gestaltung und Handlungsfähigkeit zurückzufinden. Hierfür stehen verschiedene Methoden zur Auswahl. Ich bin ausgebildete systemische Therapeutin, Stressmanagement-Trainerin und arbeite mit Methoden wie beispielsweise Hypnose, Wingwave und vor allem mit der Prozess- und Emodimentfokussierten Psychotherapie PEP®.

Wie funktioniert die Prozess- und Emodimentfokussierten Psychotherapie PEP®? Lassen sich negative und unangenehme Gefühle einfach wegklopfen?

Das klingt erst einmal erstaunlich, aber die Methode ist mehr als nur Klopfen, es geht einmal darum, seine negativen Gefühle selbst wirksam zu regulieren und sich nicht mehr ausgeliefert zu fühlen, gleichzeitig die kognitiven Verhinderer zu finden und zu verändern, die einem Heilungsprozess im Wege stehen und dabei auch das Selbstwertgefühl wieder zu stärken. Inzwischen weisen wissenschaftliche Studien nach, dass die Prozess- und Embodimentfokussierte Psychotherapie als eine bifokale multisensorische Technik sehr hilfreich ist, die Folgen stressbedingter Krankheit und Depression zu überwinden und wieder in seine Stärke zurückzufinden. Die Methode arbeitet mit einem doppelten Aufmerksamkeitsfokus, daher bifokal. Während man verschiedene Punkte an der Hand, am Körper und im Gesicht klopft, gibt man dem dysfunktionalen Gefühl Raum und spürt hin, statt es zu unterdrücken. Je besser man ins Spüren kommt, desto deutlicher findet eine Beruhigung im Nervensystem statt und das störende Gefühl kann sich auflösen. Das ist übrigens wichtig, weil unser Gehirn hierarchisch arbeitet. Bei viel Stress schalten sich die Teile im Gehirn ab, in denen logisches Denken, Abwägen, Analysieren etc. stattfindet. Das ist auch der Grund, warum uns gute Antworten häufig erst nach einem Streit einfallen. Solange das Emotionale Gedächtnis hoch aktiv ist, können wir nicht klar denken und somit auch keine guten Lösungen finden. Dieser Teil dient also der Selbstregulation von dysfunktionalen Emotionen und schaltet das hilfreiche Denken wieder ein. Der zweite Teil verändert dann die dysfunktionalen Denkmuster, dabei kommen verschiedene Vorgehen zum Einsatz, die unter anderem auch mit Selbstbestätigungsaffirmationen kombiniert werden. Das führt zu einer Beruhigung in unserem Denkapparat mit all den negativen Selbstgesprächen und der innere Kritiker wird wieder leiser. Aber das ausführlicher zu klären, sprengt vielleicht an dieser Stelle den Rahmen des Interviews.

Kann ich diese Technik selbst erlernen und auch ohne einen Coach anwenden? Was brauche ich dafür?

PEP® ist auch eine wunderbare Methode zur Selbsthilfe. Sie ersetzt keine Therapie, aber mir  hat sie beispielsweise sehr gut geholfen, mich während einer schweren gesundheitlichen Krise emotional zu stabilisieren. Zum Beispiel vor Arztterminen Unsicherheit abzubauen oder wenn ich mich überfordert fühlte. Heute nutze ich sie vor allem zur Stressregulation, also bei innerer Angespanntheit und fühle mich dadurch schneller wieder ausgeglichen. Für den Einstieg kann ich das Buch „Bitte Klopfen“ von Dr. Michael Bohne aus dem Karl Auer-Verlage wärmstens empfehlen, das einen guten Überblick über die Methode bietet und für 9 Euro zu haben ist.

Wirkt das PEP®-Klopfen bei allen Menschen gleich?

Grundsätzlich wirkt PEP® sowohl auf der psychischen Ebene – es schaltet bestimmte Gehirnareale wieder ein – als auch auf der körperlichen, weil es zu ausgleichenden Regulationen im Nervensystem kommt. Das ist bei allen Menschen gleich, aber nicht jeder Mensch kann sich auf jede Methode einlassen. Ich habe Klienten, die finden Klopfen esoterisch, albern oder scheuen sich vor der damit verbundenen Selbstberührung. Das wäre erst mal kein Grund, die Methode nicht einzusetzen. Eine aktuelle Forschungsstudie aus Hannover hat gezeigt, dass die Vorstellung des Klopfens ausreicht, um zu wirken.  Bei mir bestimmt der Klient mit, wie wir vorgehen und wenn er sich nicht für PEP® entscheiden kann, dann finden wir ein anderes wirksames Vorgehen. Ich habe mich ja in verschiedenen therapeutischen Methoden weitergebildet. Wie heißt es so schön: Es führen viele Wege nach Rom, wir finden den passenden für den Klienten. Also, „klopfen“ Sie gerne telefonisch oder per Mail an!


Anschrift:
Silvia Brass | Brass Beratung

Heilpraktikerin – Systemische Beratung, Coaching, Stressprävention
Siebenmorgen 28
51427 Bergisch Gladbach

Kontakt:
Telefon: +49 (0) 2204 – 305 533
Email: silvia.brass@brassberatung.de
Web: www.brassberatung.de