Der erste Schritt aus der Abhängigkeit

Alkohol-Abhängigkeitserkrankung nachhaltig therapieren unter Berücksichtigung aller derzeit etablierten, medizinischen und psychotherapeutischen Verfahren

Dr. Stefan Albrecht ist Inhaber und Leiter der gleichnamigen Gesundheitsakademie im bayerischen Bad Birnbach. Mit individuell angepassten Therapien werden Alkohol-, Medikamenten- und Drogen­sucht gezielt behandelt. Wie sich ein Aufenthalt in der Akademie gestaltet und wie sich die Einrichtung von anderen Kliniken unterscheidet, erzählt uns der Arzt und Sucht­mediziner im Interview.

Herr Dr. Stefan Albrecht, wofür und für wen steht die „Gesundheitsakademie Dr. Albrecht“?

Die Gesundheitsakademie steht für ein vollkommen eigenständiges, unabhängiges und in seiner Struktur singuläres Therapiekonzept in der Suchtbehandlung. Im Brennpunkt unserer Arbeit steht ganz zuvorderst der Mensch als Individuum mit all seinen Facetten, Stärken und Schwächen. Suchttherapie kann nur im Fokus der Gesamtpersönlichkeit des Einzelnen unter Berücksichtigung aller individueller Einflussfaktoren – wie beispielsweise der detaillierten Vorgeschichte, individueller Entwicklungen, Wünsche, Ziele und Sehnsüchte – erfolgreich und nachhaltig sein.

Die vorbehaltlose Akzeptanz der Erkrankung bei Betroffenen und Therapeuten, menschliche Nähe und Empathie,  die wirklich lupenreine Identifikation mit den Zielen und Methoden der therapeutischen Maßnahmen und Notwendigkeiten, sowie die notwendige Zeit für jeden einzelnen Teilnehmer sind dabei essentiell.

Unsere primäre Intention ist es, den Betroffenen mit einem Minimum an zeitlichem Aufwand ein Maximum an effektiver, individueller und exakt auf die Nöte, Bedürfnisse und zukünftigen Entwicklungen des Einzelnen abgestimmte Therapie zur Hand zu geben, welche nicht nur momentan stabilisierend wirkt, sondern in die Zukunft gerichtet nachweisbar zu einer zufriedenen und selbsterhaltenden Abstinenz führt.

Für Ihre Einrichtung haben Sie bewusst die Bezeichnung „Gesundheitsakademie“ gewählt, wo liegt der Unterschied zu herkömmlichen Sucht-Kliniken?

Wir firmieren und betrachten uns ganz bewusst nicht als Klinik. Ein institutioneller Rahmen, Personal in Funktionskleidung, sowie Unterbringung und Verpflegung auf Krankenhausniveau sind keine günstigen Bedingungen zur Gesundung seelisch erkrankter Menschen. Wir sehen unsere Teilnehmer nicht als zu therapierende Subjekte, sondern als Gäste, uns selbst als Dienstleister.

Erzählen Sie uns bitte etwas über das -Therapie- und Behandlungskonzept.

In unserem Haus werden Patienten mit manifester Alkohol-Abhängigkeitserkrankung unter Berücksichtigung aller derzeit etablierten, medizinischen und psychotherapeutischen Verfahren mittels einer umfassenden und nachhaltigen Methodik zu einer zufriedenen und autoregulatorischen Abstinenz geführt. Hierzu werden sämtliche zur Alkoholabhängigkeit führenden Faktoren aus Vergangenheit und Gegenwart aufgearbeitet, in einem sinnvollen und zielführenden Kontext mit bestehenden Persönlichkeitsstrukturen eine valide Problembewältigungsstrategie entwickelt, und ein detaillierter Plan für die zukünftige, strukturierte und erfolgreiche Entwicklung eines zufriedenen und wertbestimmten, abstinenten Lebens etabliert. Dies geschieht individuell auf die Vergangenheit und die persönlichen Eigenschaften, Stärken und Potentiale des einzelnen Betroffenen abgestimmt in Einzeltherapie-und Einzelcoaching-Sitzungen. Ergänzende Seminare, erlebnispädagogische Elemente und eine ebenfalls individuell abgestimmte physische Regeneration mit Bewegungs-, Ausdauer- und Gleichgewichtsübungen unter -besonderer Berücksichtigung der zentral- und periphernervösen pathologischen Veränderungen durch die schädliche Wirkung des Suchtmittels, tragen zum holistischen Konzept unserer Behandlung mit dem Ergebnis einer zufriedenen und autore-gulatorischen Abstinenz bei, und ergänzen diese.

Aus wem setzt sich das Team der Gesundheitsakademie zusammen?

Herr Dr. Helmut Schmidbauer ist der Begründer und geistige Mentor der Gesundheitsakademie. Seine umfangreiche berufliche Expertise, seine überreiche Lebenserfahrung, sowie sein menschliches Einfühlungsvermögen faszinieren und überraschen mich immer wieder. Frau Peggy Schmidbauer hat durch ihren klaren, wachen Verstand und ihren empathischen, freundlichen, therapeutisch sehr direkten Umgang mit den Menschen einzigartige Fähigkeiten, verschüttete und verworrene Denkstrukturen, wie sie für suchtkranke Menschen nicht untypisch sind, herauszuarbeiten und konkrete Lösungsansätze zu entwickeln. Herr Eugen Hohenwarter ist unser geschätzter und unverzichtbarer Lehrer für die physische Gesundung. Seine breite Ausbildung reicht von Aufbau und Erhaltung allgemeiner körperlicher Fitness über individuelle Rehabilitationsmaßnahmen zu speziellen Trainingsansätzen, die spezifisch suchterkrankte Menschen betreffen. Im medizinischen Bereich kommt meine eigene langjährige ärztlich- internistische und suchtspezifische Erfahrung zum Tragen, in einem für Behandler und Behandelten erbaulichen und befriedigenden Rahmen. Zeitliche oder terminliche Vorgaben sind in meiner ärztlichen Tätigkeit dankenswerterweise keine Kategorien, der Patient bekommt die Zuwendung die er braucht. Wir alle können nur deshalb so intensiv arbeiten, weil wir und unsere Gäste von unserem Haus-Team rundum liebevoll, einfühlsam und auf höchstem Niveau ergänzt und umsorgt werden. Ein ganz besonderer Geist beseelt die „Gesundheitsakademie“, den man erleben muss und nur sehr unzulänglich beschreiben kann.

Ein Bestandteil der Suchttherapie ist die Behandlung mit Neuro-Elektrischer Stimulation (NES). Was genau verbirgt sich dahinter?

Die Stimulation definierter Hirnareale durch Gleichstrom bestimmter Frequenz und Stärke ist schon sehr lange, in der letzten Zeit aber intensiver beforscht worden. Lern- und Merkfähigkeit, Stimmung und andere geistig-seelische Funktionen können hierdurch (positiv und negativ) beeinflusst werden. In der Suchttherapie spielt die sogenannte neuroelektrische Stimulation eine wichtige, aber letztlich nur beigeordnete Rolle. Gesicherte, evidenzbasierte Daten liegen meines Erachtens lediglich zur Linderung des akuten Entzugssyndroms vor. Das deckt sich auch mit unseren persönlichen Erfahrungen. Leider fehlen insgesamt nachvollziehbare Effekte in der Lern- und Erhaltungsphase der Abstinenz, was den Einsatz der NES als unspezifisches Verfahren limitiert.

Nach Beendigung der Suchttherapie kehrt der Besucher meist in sein gewohntes Umfeld zurück. Wie wichtig ist die Nachsorge?

Entscheidend ist hierbei die Vorsorge. Unsere Teilnehmer werden ab der zweiten Woche ihres Aufenthaltes bei uns auf diese „Zeit danach“ intensiv vorbereitet. Übergangslos und ohne Änderungen der Umstände in das vorbestehende Umfeld zurückzukehren, stellt wahrscheinlich den Hauptgrund für einen mangelhaften Therapieerfolg dar. Zusätzlich bieten wir unseren Gästen die Möglichkeit, sich in der ersten, vulnerablen Phase telefonisch oder schriftlich mit uns in Verbindung zu setzen. Viele Probleme können in einem persönlichen Gespräch gelöst werden. Natürlich stehen wir unseren Patienten auch im Anschluss der Behandlung in unserem Haus für Nachsorgetermine, Auffrischungsseminare und zum Auffangen eines eventuellen „Rückfalls“, also einer Unterbrechung der Abstinenz, kurzfristig und unbürokratisch zur Verfügung.



Anschrift:
Gesundheitsakademie Dr. Albrecht
Grottham 10
84364 Bad Birnbach

Kontakt:
Telefon +49 8563 977801

Email: info@ga-albrecht.eu
Web: www.ga-albrecht.eu