Der Nobelpreisträger, der im Wald einen höflichen Waschbären traf

Wir verlosen drei Bücher von Monika Niehaus

Wenn das Gehirn verrückt spielt: 30 seltene und ungewöhnliche psychische Syndrome

Ob wir ein Verhalten als „normal“ oder „psychisch krank“ beurteilen, ist nicht selten Ermessenssache. Zum Problem werden Eigenarten, wenn sie ein normales Leben unmöglich machen. So gibt es Männer, die jahrelang ihr Zimmer nicht verlassen, Frauen, die sich blind in Massenmörder verlieben oder Menschen, die sich Schönheitsoperationen wie am Fließband unterziehen. Gesunder Menschenverstand und bizarre Verhaltensweisen können in unserem Gehirn eng nebeneinander existieren. Manchmal ist das Gehirn nicht krank, sondern nur ungewöhnlich verschaltet; Menschen mit dem Hyperthymestischen Syndrom können sich an jede Einzelheit ihres Lebens erinnern, und bei Synästhesie sind Sinne in einer Weise verknüpft, die den Betroffenen höchst ungewöhnliche Eindrücke vermittelt. Es zeigt sich immer wieder: Das menschliche Gehirn ist ein Organ mit einer faszinierenden Komplexität.

Wir verlosen 3 Exemplare!

Schreiben Sie uns bis zum 31. Oktober 2019 Ihre Kontaktdaten an info@gesundheitsbote-nrw.de mit dem Kennwort: „Waschbär“.

Unter allen Zusendungen verlosen wir drei Exemplare. Viel Glück!

Teilnahmebedingungen


Monika Niehaus im Gespräch mit dem Gesundheitsboten NRW

Sie haben eine Leidenschaft für viele Literaturrichtungen. Woher kommt das?

Ich bin gelernte Biologin (mit Schwerpunkt Neurophysiologie und Biophysik), und wenn man Biologie etwas weiterdenkt, ist man schnell in der Science-Fiction: Parasiten, die die Psyche des Menschen beeinflussen, gibt es tatsächlich (siehe „Psychotrojaner“), aber was wäre, wenn sie über ein eigenes Bewusstsein verfügten – das sind SF-Spekulationen. Nacktmullköniginnen, die ihren Töchtern auf dem Kopf herumtrampeln, um sie „gefügig“ zu halten, sind Phänomene, die sich ebenfalls gut in einer SF-Story verarbeiten lassen.  Mein Krimi „Spiel des Affen“ entstand, weil mein Mann als Zoolehrer arbeitete. Und das Fantasy-Kinderbuch „Mangrovia“ war eine ganz persönliche Region auf die Geburt meines ersten Enkels Till.

Ihr neues Buch „Der Nobelpreisträger, der im Wald einen höflichen Waschbären traf“ beschäftigt sich mit sich seltenen psychischen Syndromen. Was hat Sie zum Schreiben des Buches bewegt?

Ich verdiene meine Brötchen unter anderem als Fachübersetzerin von biopsychologischen und neurophysiologischen Lehrbüchern und habe die spannendsten und ungewöhnlichsten Geschichten immer abends am Küchentisch erzählt. Dort entstand dann auch der Plan, diese Thematik einmal genauer zu recherchieren und zu einem Buch zusammenzustellen. Rein kamen nur die Storys, die auf allgemeines Interesse stießen, alles andere wurde gnadenlos aussortiert (so genannter „Küchentischtest“).

Haben Sie auch einen persönlichen Bezug zu psychischen Erkrankungen durch eigene Betroffenheit, oder durch betroffene Freunde und Verwandte?

Diese bizarren psychischen Syndrome, die in den beiden Büchern beschrieben sind, sind selten bis sehr selten. Persönlich bin ich in meiner Zeit an der Uni mit Ungezieferwahn in Kontakt gekommen (Bd. 1), über meinen Vater (Arzt) mit dem Rapunzel-Syndrom (Verzehr der eigenen Haare), und ich habe auch schon Leute kennengelernt, die glauben, von Außerirdischen entführt worden zu sein (Alien-Abduction-Syndrom) (Bd. 2).

Beim Lesen musste ich manchmal doch schmunzeln, ist das gewollt? Heißt das, wir sollen unsere „Eigenarten“ nicht so ernst nehmen?

Schön, dass Ihnen die Lektüre Spaß gemacht hat! Ja, mit einer Portion Humor und Toleranz wird im mitmenschlichen Umgang vieles leichter, aber vor manchen Phänomenen steht man doch nur fassungslos: die Anwältin, die sich in den Massenmörder verliebt (Bonny-und-Clyde-Syndrom), die russischen Banker, die sich für das Himmelreich kastrieren (Skoptisches Syndrom) … da reicht’s dann nur noch zum hilflosen Kopfschütteln…

Die Verbindung aus historischen und medizinischen Fakten macht das Buch nicht nur unterhaltenswert, sondern auch zu einer Art Sachbuch. Für welche Art von Lesern haben Sie dieses Buch geschrieben?

Für den berühmten interessierten Laien, die sich über das, was unser Gehirn an „verrückten“ Dingen tut, informieren möchte. Und für meine Schriftstellerkollegen, denn diese psychischen Syndrome bieten Stoff für wirklich faszinierende Geschichten. Manche davon sind schon geschrieben, die werden dann kurz vorgestellt.

Viele Menschen neigen durch Informationen aus den Medien und der Literatur zu einer Selbstdiagnose. Finden wir uns jetzt in den ungewöhnlichen psychischen Syndromen wieder?

Fragen Sie lieber Ihren Arzt oder Psychiater! Die Grenze zwischen „normal“ und „krank“ ist fließend und sowohl zeit- als auch kulturabhängig (man denke nur an die Homosexualität, die vor noch nicht allzu langer Zeit als psychische Krankheit galt). Entscheidend ist, ob und wie stark ein Mensch oder sein Umfeld unter seinem Verhalten leidet.

Was sollen wir tun, wenn wir einen höflichen Waschbären im Wald treffen :-)?

Ihn ebenso höflich wiedergrüssen und sich freuen, dass man so viel Fantasie besitzt! Und zugleich genügend Skepsis aufbringen, die eigenen Sinneseindrücke nicht immer für bare Münzen zu nehmen. Das nennt man Realitätscheck…


Niehaus, Monika

Der Nobelpreisträger, der im Wald einen höflichen Waschbär traf

254 Seiten | 38 s/w Abbildungen

Euro 21,90 (D) | ISBN 978-3-7776-2799-1



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