Der sanfte Entzug mit der NES- Methode

Übermäßiger und häufiger Alkoholkonsum gefährdet die Gesundheit

Übermäßiger und häufiger Alkoholkonsum gefährdet die Gesundheit.

In der Rangfolge der wichtigsten Risikofaktoren für Krankheit und vorzeitigen Tod liegt Alkohol nach Tabak und Bluthochdruck in Europa an dritter Position. Er ist ursächlich für u. a. Entzündungen der Bauchspeicheldrüse und der Magenschleimhaut, Leberzirrhose, Schädigungen des Gehirns sowie einige Krebserkrankungen. Neben der erhöhten Gesundheitsgefährdung führt eine Alkoholabhängigkeit auch zu familiären, beruflichen und anderen sozialen Problemen.
Dr. Reingard Herbst, Chefärztin an der NESCURE® Privatklinik am See berichtet über die neuro-elektrische Stimulation (NES) bei Alkoholabhängigkeit.

Frau Dr. Herbst, Sie nutzen ein nichtinvasives Hirnstimulationsverfahren zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit. Was ist das für ein Verfahren und wie findet es Anwendung in der Suchttherapie?

Es handelt sich um ein Verfahren der transkraniellen Gleichstromstimulation mit niederfrequentem Strom. Es wurde bereits in den 80er Jahren im letzten Jahrhundert von einer schottischen Ärztin bei Heroinentzug erfolgreich eingesetzt und arbeitet mit der physiologischen Grundlage, dass bestimmte Nervenbahnen durch genau diesen Strom mit dieser Frequenz erregt bzw. gedämpft werden. Dadurch werden im Bereich des limbischen Systems im Gehirn, dem Bereich, in dem auch das Belohnungssystem ist, die Botenstoffe Dopamin und Serotonin vermehrt ausgeschüttet und der Patient kann sich diesen Effekt zunutze machen.

Wie lange dauert die Behandlung, ab wann merkt der Patient erste Verbesserungen?

Die Behandlung dauert 5 Tage und Nächte, wobei der Patient bereits ab dem 2. Tag eine deutliche Wirkung verspürt. Er empfindet keinen Suchtdruck und ist in seiner Stimmung weniger depressiv. Der Patient ist aufnahmefähig und lernfähig.

Hat der Patient bei dieser Behandlung die typischen Nebenwirkungen eines Entzuges?

Vegetative Symptome, wie Schwitzen, Unruhe, Erhöhung des Blutdrucks sind bei einigen Patienten vorhanden, bei anderen nicht. Zusätzlich Nebenwirkungen des Entzugs beobachten wir nicht.

Was muss der Patient selbst für eine erfolgreiche Behandlung mitbringen? Ist die NES-Anwendung für jeden Patienten geeignet?

Sie ist für jeden Patienten geeignet. Mitbringen muss er nur den festen Willen, jetzt in ein anderes Leben aufbrechen zu wollen. Die NES ist für uns ein Baustein in unserem Gesamttherapiekonzept. Dieses beinhaltet vor allem eine homogene Gruppe von Patienten, die alle unter der selben Erkrankung – Alkoholsucht – leiden und sich so gegenseitig stärken können. Jeder Teilnehmer beginnt seine Therapie zum selben Zeitpunkt und beendet sie gemeinsam mit den anderen. Es kommt kein Patient während der laufenden Therapie dazu. Ferner ist uns ein Konzept der Gleichstellung aller wichtig; wir leben mit den Patienten im Haus, essen mit ihnen und haben ganz flache Hierarchien. Zum therapeutischen Erfolg tragen auch entscheidend die Gruppen- und Einzelgespräche bei, die an 6 bzw. 4 Tagen in der Woche stattfinden. Aber auch Achtsamkeitsübungen, Yoga, Entspannung und energetisch-reinigende Massagen unterstützen die Heilung im besonderen Maße. Es hat sich eine Gruppengröße von maximal 12 Patienten bewährt, um sich in der Zeit therapeutisch wertvoll zu entwickelt.

Wie hoch ist die Abbruchquote bei dieser Therapieform?

Wir sind stolz sagen zu können, dass noch kein Patient die Therapie abgebrochen hat.

Bei welchen Erkrankungen kann die Neuro-Elektrische-Stimulation noch zur Behandlung eingesetzt werden?

Da das System mit der Anregung bestimmter Botenstoffe arbeitet, hier vor allem mit Dopamin und Serotonin, und gleichzeitig die Dämpfung anderer, Adrenalin und Noradrenalin, bewirkt, ist die NES bei allen Störungen und Erkrankungen dieses Botenstoffsystems sinnvoll und wirksam. Diese sind z.B. Depressionen, leicht- und mittelgradig, chronisch negativer Stress bis zum Burnout, Suchterkrankungen auch anderer Art und Morbus Parkinson. In Kombination mit Aminosäurepräparaten wäre sogar eine Behandlung von ADHS zumindest versuchsweise möglich.

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