Erschöpftes Gehör

Hörstress kann oftmals der eigentliche Auslöser einer Ermüdung im Job sein

Hörstress kann oftmals der eigentliche Auslöser einer Ermüdung im Job sein

(djd). Über Erschöpfung durch Stress im Beruf klagen die meisten Berufstätigen, ein erschöpftes Gehör sieht jedoch kaum jemand als Ursache. Dabei stammt das Gefühl der Erschöpfung und der Ausgelaugtheit oftmals von einem angestrengten, überlasteten Gehör. Den meisten Bundesbürgern ist dieser Zusammenhang allerdings nicht bewusst. So ergab eine aktuelle Civey-Umfrage im Auftrag des terzo-Instituts für angewandte Gehörforschung, dass über die Hälfte der Bundesbürger Ermüdung im Alltag auf Stress im Beruf zurückführt, knapp zehn Prozent nennen Stress in der Freizeit als Ursache. Nur lediglich rund 20 Prozent geben laute oder ständige Umgebungsgeräusche als Grund an.

Anhaltende Müdigkeit kann Indiz für eine abnehmende Hörfähigkeit sein

Tatsächlich aber sind Lärm und eine permanent subtile Geräuschkulisse häufig die eigentlichen Auslöser der Erschöpfung. Als konkrete Faktoren für eine Ermüdung im Beruf wurden in der Umfrage oft Aspekte genannt, die mit dem Hören zu tun haben: 29,8 Prozent beklagten permanente Umgebungsgeräusche, 17,3 Prozent Lärm und 11,9 Prozent das ständig klingelnde Telefon. Eine solche Geräuschkulisse kann Folgen für die Leistungsfähigkeit des Gehörs haben. „Unser Gehör kann durchaus erschöpfen, denn die ständige Verarbeitung der Hörinformation beansprucht unser Gehirn“, sagt Dr. rer. nat. Juliane Dettling-Papargyris, Leiterin des terzo-Instituts. „Prasseln zu viele Informationen auf unser Gehör ein, ist irgendwann das Limit erreicht – es entsteht Hörstress.“ Anhaltende Müdigkeit kann beispielsweise ein Indiz für eine abnehmende Hörfähigkeit sein. Denn wenn das Gehör nicht mehr richtig funktioniert, wird die Anstrengung für das Gehirn größer. Ein weiteres Indiz für eine verminderte Hörleistung kann auch ein Tinnitus sein. Darunter leiden mehr Menschen, als man im ersten Moment vielleicht denkt: So gaben 18,8 Prozent der Umfrageteilnehmer an, selbst bereits betroffen zu sein oder gewesen zu sein. 48,2 Prozent sagten, dass sie Betroffene kennen. Auch hier nennen mehr als die Hälfte der Befragten Stress im Alltag und Beruf als Auslöser für einen Tinnitus.

Das Gehör ganzheitlich betrachten

Fazit der Studie: Das Phänomen Hörstress ist allgemein bekannt. Zwei Drittel der Bundesbürger glauben auch, dass eine eingeschränkte Hörfähigkeit müde macht. Die meisten Menschen halten sich aber selbst nicht für betroffen. Um einen Hörverlust bestmöglich behandeln zu können, reicht eine Hörgeräteversorgung alleine oftmals nicht aus. „Das Gehör muss ganzheitlich betrachtet werden“, betont Dettling-Papargyris. Daher empfehlen Fachleute die Kombination aus einer Hörgeräteanpassung und einem Gehörtraining für besseres Hören.


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Das Phänomen Hörstress ist allgemein bekannt: Zwei Drittel der Bundesbürger glauben zudem, dass eine eingeschränkte Hörfähigkeit müde machen kann.
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Prasseln zu viele Informationen auf unser Gehör ein, ist irgendwann das Limit erreicht – es entsteht Hörstress.
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Das Gefühl der Erschöpfung und der Ausgelaugtheit stammt oftmals von einem angestrengten, überlasteten Gehör.
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