Experten warnen vor steigender Zeckengefahr

Wer viel im Freien oder im Garten ist, sollte sich besonders schützen

Wer viel im Freien oder im Garten ist, sollte sich besonders schützen

(djd). Durch den Stich einer Zecke können bis zu 50 verschiedene Krankheitserreger übertragen werden. Am bekanntesten sind FSME und Borreliose. Speziell bei FSME treten im schlimmsten Fall Gehirn- und Hirnhautentzündungen und Entzündungen des zentralen Nervensystems auf, in deren Verlauf es zu schweren Bewusstseinsstörungen und Lähmungen kommen kann. Gefährdet sind vor allem Menschen, die sich viel im Freien aufhalten.

Kältewelle im März ohne Einfluss auf Zeckenprognose

Nach Ansicht von Experten wird 2018 ein ausgesprochenes Zeckenjahr. Katharina Brugger vom Institut für Öffentliches Veterinärwesen an der Vetmeduni Vienna etwa erwartet doppelt so viele Zecken-Nymphen wie 2017. Daraus ergebe sich dann auch eine Zunahme an adulten, also erwachsenen Zecken. Mehr Zecken bedeutet zugleich, dass es vermutlich auch mehr Zecken mit dem FSME-Virus geben wird. Die Wiener Wissenschaftlerin wies auf dem 4. Süddeutschen Zeckenkongress ausdrücklich darauf hin, dass die Kältewelle im März keinen Einfluss auf ihre Prognose habe.

Impfrate zu gering – so kann man sich schützen

Der beste Schutz gegen FSME ist eine Impfung, wie vom Robert-Koch-Institut (RKI) empfohlen. Die „Erfolgsquote“ liegt nach Angaben von Dr. med. Gerhard Dobler vom Münchner Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr bei 98 Prozent. Allerdings bewegt sich die Impfrate seit Jahren auf einem konstant niedrigen Niveau, in Bayern liegt sie bei etwa 30 Prozent im Schnitt, in Baden-Württemberg bei 15 bis 20 Prozent. Eine Impfung ist also sehr anzuraten, darüber hinaus empfiehlt Dobler, beim Aufenthalt in der Natur lange, hautbedeckende Kleidung und geschlossenes Schuhwerk zu tragen. Socken sollten über die Hose gezogen werden, um es den Zecken schwerer zu machen, an den Beinen hoch zu krabbeln.

Wer zusätzlich vorbeugen möchte, könne Kleidung und Haut mit speziellen insektenabweisenden Mitteln, sogenannten Repellents, einsprühen. Mit Anti Brumm Forte etwa steht ein effektives, von Stiftung Warentest („test“, Ausgabe 05/2017) in der Wirksamkeit als sehr gut bewertetes Repellent zum Zeckenschutz aus der Apotheke zur Verfügung. Das dermatologisch getestete und hautverträgliche Pumpspray ist sowohl für Erwachsene als auch für Kinder ab drei Jahren geeignet. Der enthaltene Wirkstoff DEET schützt bis zu fünf Stunden gegen Zecken.

Nach Aufenthalt in der Natur sofort absuchen

Nach dem Aufenthalt in der Natur oder im Garten sollte man den Körper nach Zecken absuchen und diese so schnell wie möglich entfernen. Dies sollte am besten mit einer Zeckenkarte erfolgen.

Zecken richtig entfernen

Zecken sollten generell möglichst rasch mit einer Zeckenkarte, Pinzette oder einer Zeckenzange aus der Apotheke entfernt werden:

  • Zecke hautnah, langsam und kontrolliert entfernen – nicht mit einem kräftigen Ruck, nicht drehen.
  • Kein Benzin, keinen Nagellackentferner und Alkohol anwenden. Dies erhöht das Risiko der Übertragung von Erregern.
  • Nach dem Entfernen mit Alkohol oder jodhaltiger Salbe desinfizieren.
  • Wenn Rötungen an der Einstichstelle nicht zurückgehen oder sich ausbreiten, den Arzt aufzusuchen. Gleiches gilt, wenn die Einstichstelle stark anschwillt, schmerzt, heiß wird, pocht oder Symptome wie Fieber oder Gliederschmerzen auftreten.

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Nach Ansicht von Experten wird 2018 ein ausgesprochenes Zeckenjahr – die Kältewelle im März hat an dieser Prognose nichts geändert.
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Der beste Schutz gegen FSME ist eine Impfung. Allerdings ist die Impfrate in Deutschland immer noch recht gering. Vorbeugen kann man auch, indem man Kleidung und Haut mit speziellen insektenabweisenden Mitteln, sogenannten Repellents, einsprüht.
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Durch den Stich einer Zecke können bis zu 50 verschiedene Krankheitserreger übertragen werden. Am bekanntesten sind FSME und Borreliose.
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Zecken beschränken sich längst nicht mehr auf Wiesen und Wälder, sondern kommen mittlerweile auch in der Nähe von Wohnbebauung vor, etwa in Gärten, innerstädtischen Parks und auf Spielplätzen.
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— Bildunterschrift für Bild 5 —
Nach dem Aufenthalt in der Natur sollte man den Körper nach Zecken absuchen und diese so schnell wie möglich entfernen.
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— Bildunterschrift für Bild 6 —
Gefährdet durch FSME, das von Zecken übertragen wird, sind vor allem Menschen, die sich viel im Freien aufhalten.
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