Immunangriff auf die Schilddrüse

Bei einer Hashimoto-Thyreoiditis wird das Organ vom eigenen Körper zerstört

Bei einer Hashimoto-Thyreoiditis wird das Organ vom eigenen Körper zerstört

(djd). Sie ist klein – und spielt doch eine zentrale Rolle in unserem Stoffwechsel: die Schilddrüse, medizinisch Thyreoidea genannt. Die von ihr produzierten Hormone sind vor allem für den Energiehaushalt zuständig. Diese Hormone entscheiden, ob wir quasi auf Hochtouren oder eher auf Sparflamme laufen. Erkrankungen der Schilddrüse können sich deshalb massiv sowohl auf das körperliche als auch auf das seelische Befinden auswirken. Eine der häufigsten Erkrankungen ist die sogenannte Hashimoto- oder Autoimmunthyreoiditis, eine chronische Schilddrüsenentzündung, die ihren exotischen Namen ihrem Entdecker, dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto verdankt.

Meistens Symptome einer Unterfunktion

Bei der Autoimmunerkrankung stuft das körpereigene Abwehrsystem gesundes Schilddrüsengewebe als „fremd“ ein und greift es an. Es entsteht eine Entzündungsreaktion, die das Organ meist schrumpfen und die Hormonproduktion sinken lässt. Häufig zeigen sich dann die typischen Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion: Müdigkeit, Antriebsarmut, Gewichtszunahme trotz normaler Ernährung, Frieren, Haarausfall, Verstopfung, trockene Haut und Fruchtbarkeitsstörungen. Bei vielen Patienten weist aber auch nur die erhöhte Anzahl von Antikörpern im Blut auf die Erkrankung hin. In seltenen Fällen zeigen sich sogar zunächst Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion, weil durch die Zerstörung der Zellen plötzlich viele Hormone auf einmal freigesetzt werden. Dann können Anzeichen wie Schwitzen, Zittern, Durchfall und Übererregbarkeit auftreten. Mehr Informationen zum Krankheitsverlauf gibt es auch unter www.forum-schilddruese.de. Da die Symptome der Hashimoto-Thyreoiditis so vielfältig und unspezifisch sind, wird die Krankheit oft erst spät entdeckt. Im Zweifel sollten Patienten beim Verdacht auf Schilddrüsenprobleme einen Endokrinologen aufsuchen. Zur Diagnose stehen unter anderem eine Blutuntersuchung auf Antikörper gegen Schilddrüsengewebe sowie eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) des Organs zur Verfügung.

Ein normales Leben ist möglich

Zwar ist Hashimoto nicht heilbar, aber die resultierende Schilddrüsenunterfunktion kann heute sehr gut mit der Gabe des Schilddrüsenhormons L-Thyroxin von außen behandelt werden. Es muss von Betroffenen lebenslang in Tablettenform eingenommen werden. Bei guter Einstellung sind keine Nebenwirkungen zu erwarten, und die Patienten können im Prinzip ein völlig normales Leben führen. Auch die Lebenserwartung ist nicht eingeschränkt.

Ernährung bei Hashimoto-Thyreoiditis

(djd). Im Grunde können sich Menschen mit einer Hashimoto-Thyreoiditis normal ernähren, nur allzu große Jodmengen sollten vermieden werden. Deshalb sollten extrem jodreiche Speisen wie Meeresalgen oder Sushi nicht zu häufig auf dem Speiseplan stehen. Der Verzehr von Fisch in Maßen und auch die Verwendung von jodhaltigem Speisesalz ist aber unbedenklich. Ein Ausnahmefall sind Schwangere und Stillende: Sie sollten auch bei Vorliegen der Erkrankung zusätzliches Jod erhalten, da das (ungeborene) Baby versorgt werden muss. Dazu ist während Schwangerschaft und Stillzeit eine ärztliche Überwachung ratsam. Unter www.forum-schilddruese.de gibt es mehr Informationen zum Thema Schilddrüsenerkrankungen.

Bildergalerie:


Bildquellen und Urheberrechte:

— Bildunterschrift für Bild 1 —
Eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse kann zur Diagnose der sogenannten Hashimoto-Thyreoiditis eingesetzt werden.
Foto: djd/www.forum-schilddruese.de/thx

— Bildunterschrift für Bild 2 —
Ständige Müdigkeit und Antriebsarmut können auf eine Schilddrüsenunterfunktion hinweisen.
Foto: djd/www.forum-schilddruese.de/Getty