INDIVIDUELLE BEHANDLUNGS KONZEPTE BEI KREBS:

In der Praxisklinik „Unifontis“ werden Schulmedizin und alternative Verfahren kombiniert.

Der „Gesundheitsbote NRW“ sprach mit dem Ärztlichen Direktor von „Unifontis“, Prof. Dr. med. Joachim Drevs, über die Bedeutung einer ganzheitlichen Herangehensweise bei der Therapie von Krebserkrankungen.

Eine Vielzahl von Menschen muss sich jährlich mit der Diagnose „Krebs“ auseinandersetzen. – rund 492.000 waren es laut Schätzung des Robert-Koch-Instituts allein 2016 in Deutschland, die von Ärzten neu diagnostiziert wurden. Ist der erste Schock verdaut, stellt sich wohl vielen der Betroffenen die bange Frage, was nach der Diagnose auf sie zukommen mag: Wird eine Operation nötig sein? Chemotherapie, Bestrahlung?

Bei „Unifontis“, der Praxisklinik für Integrative Onkologie in Sickte bei Braunschweig, setzt man bei der Behandlung von Krebserkrankungen auf einen ganzheitlichen Ansatz und vereint Methoden der Schulmedizin mit alternativen Verfahren, etwa aus dem Bereich der Naturheilkunde und der Psychotherapie.

Ziel: das individuell optimale Behandlungskonzept für jeden einzelnen Patienten zu finden.

Der „Gesundheitsbote NRW“ sprach mit dem Ärztlichen Direktor von „Unifontis“, Prof. Dr. med. Joachim Drevs, über die Bedeutung einer ganzheitlichen Herangehensweise bei der Therapie von Krebserkrankungen und deren praktische Umsetzung, über neue innovative Verfahren sowie über die Herausforderungen für Krebs-Erkrankte und für die Krebs-Behandlung in Zeiten von Corona.

Herr Dr. Drevs, Sie sind nicht nur bereits seit 2002 Facharzt für Innere Medizin, Zusatzbezeichnung Hämatologie/Onkologie, sondern verfügen auch über viele Jahre praktischer Erfahrung in der Behandlung onkologischer Erkrankungen. was hat Sie dazu veranlasst, in Ihrer eigenen Praxisklinik neben rein schulmedizinischen Verfahren auf alternative Behandlungskonzepte zu setzen?

Die reinen Schulmedizinischen Verfahren haben zwar ohne Zweifel ihren Stellenwert, berücksichtigen aber den Menschen als Individuum nicht. Dadurch, dass die Standards über Studien und Statistiken an tausenden von Menschen definiert werden, lassen sich diese nur bedingt auf die Situation des Einzelnen übertragen. Zudem steht häufig nachwievor das Nutzen-/Risiko-Verhältnis nicht im Gleichgewicht. Die starken Nebenwirkungen bei häufig nachwievor viel zu geringer Erfolgsrate fordern unbedingt auch alternative Behandlungskonzepte in die Therapieregime zu integrieren. Daher auch der Begriff der integrativen Medizin.

Warum ist ein ganzheitlicher Ansatz bei der Krebsbehandlung aus Ihrer Sicht von besonderer Bedeutung? Worin liegen die Vorteile für den Patienten?

Der ganzheitliche Ansatz berücksichtigt alle medizinischen Therapieansätze die möglich sind. Damit kommen dem Patienten die optimalen Behandlungen aus verschiedenen therapeutischen Philosophien zu Gute.

Das erhöht nicht nur die Verträglichkeit der Behandlung, sondern auch deren Erfolgschance.

Vielen Patienten ist bei einer Krebserkrankung eine zweite Meinung wichtig. Kommen viele Betroffene bereits mit einer Diagnose zu Ihnen? Beginnen Sie in solchen fällen noch einmal ganz neu mit der Diagnostik?

In der Regel kommen die Betroffenen bereits mit einer Diagnose oder nachdem sie bereits Behandlungen hinter sich haben zu uns. Da Krebserkrankungen häufig eine Bedrohung für das Leben darstellen, sollte man sich bei den dazugehörigen Entscheidungen die man treffen muss immer eine Zweitmeinung einholen.

Dabei wird die schon erfolgte Diagnostik nicht zwingend wiederholt, sondern in die Beurteilung mit einbezogen. Selten ergibt sich einmal die Notwendigkeit weiterführende Untersuchungen durchzuführen.

In Ihrer Praxis entwerfen Sie für jeden Patienten ein ganz individuelles Behandlungskonzept.Wieso ist das wichtig?

Wie Eingangs erwähnt, werden Patienten heute zunehmend in Form von Standards, sogenannten Leitlinien, behandelt. Gerade bei Krebserkrankungen wird dabei aber die individuelle Situation des Betroffenen, mit all seinen Besonderheiten, nicht ausreichend respektiert. Dabei kann und sollte nur der Patient selbst entscheiden wieviel Risiko er für welchen Nutzen bereit ist einzugehen. Dazu braucht es Zeit um den Patienten aufzuklären und seine persönliche Sichtweise zu verstehen. Ist der Patient am Entwurf seiner Therapie integriert, kann er besser hinter dieser stehen.

Zwischenzeitlich ist es wissenschaftlich belegt, dass diese sogenannte Patientenkompetenz die Prognose des jeweiligen Patienten verbessert.

Und wie konkret läuft die Behandlung im Patientenalltag ab? Findet – um ein Beispiel zu nennen – die Chemotherapie in einem Krankenhaus statt, und für eine Behandlung etwa nach naturheilkundlichen Gesichtspunkten kommen die Patienten dann in Ihre Praxis? Arbeiten Sie in solchen Fällen interdisziplinär eng mit Medizinern außerhalb Ihrer eigenen Einrichtung zusammen?

Üblicherweise finden die sogenannten Leitlinien- gerechten Therapien in Krankenhäusern oder entsprechenden Praxen statt. Die integrativen Therapieansätze werden dann, sofern es sich um Infusionen handelt, bei uns durchgeführt. Es gibt aber auch Therapien in Tabletten- oder Spritzenform die der Patient sich selbst zu Hause verabreichen kann.

Dabei sind wir immer offen für einen Austausch mit den Kollegen anderer Einrichtungen. Allerdings stößt das nicht immer auf Gegenseitigkeit.

Häufig bestehen noch immer nicht nachvollziehbare Vorurteile gegen die Integrative Medizin. Wir haben daher ganz aktuell ein Lehrbuch für Integrative Onkologie im DeGruyter Verlag veröffentlicht. Wir hoffen hier durch mehr Wissen der Therapeuten mehr Akzeptanz zu schaffen.

Es gibt ja eine Fülle alternativer Behandlungsformen bei Krebs. Welche würden Sie als die Hauptpfeiler der Therapie bei „Unifontis“ bezeichnen?

Bei der Fülle an Therapieangeboten muss zunächst mit einem Spezialisten analysiert werden, welche davon wirklich eine ausreichende Rationale für eine Anwendung haben. Dann muss zwischen reinen Begleittherapien und Therapien mit eigener Wirkung gegen den Krebs unterschieden werden.

Bezüglich der Begleittherapien sind v. a. Artesunat, (Beifußextrakt), Curcumin, Resveratrol (Rotweinextrakt), Ingwer und hochdosiertes Vitamin C zu nennen. Bei den Therapien mit eigener Wirkung gegen den Krebs setzen wir Aspirin-ähnliche Medikamente, die Ganzkörperhyperthermie und eine Immuntherapie hergestellt aus den eigenen Krebszellen des Patienten ein.

Im Bereich der Krebstherapie entstehen immer wieder innovative Behandlungsansätze. Bevor sie zum Einsatz kommen, bedarf es in der Regel jedoch einer Fülle von Studien. Welche Voraussetzungen muss ein neues Therapieverfahren erfüllen, damit Sie es in Ihrer Praxisklinik anwenden?

Die Leitlinien-gerechten Therapien fordern Studien mit sehr großen Fallzahlen an Patienten, deren Finanzierung häufig nur noch der Pharmazeutischen Industrie möglich ist.

Daher bleiben viele wirksame Therapien unbeachtet, da es für diese keine Finanzlobby gibt. Zum Glück gibt es aber in Deutschland, und seit diesem Jahr auch in den USA (genannt „The right to try“), die Möglichkeit eines individuellen Heilversuchs für Patienten mit chronischen, lebensbedrohlichen Erkrankungen. Aber auch hier gilt: für einen Einsatz am Menschen muss das Risiko und Nutzen der Therapie bekannt und einschätzbar sein. Dabei werden aber auch Studien in kleinerer Fallzahl von Patienten oder Einzelfallberichte akzeptiert, sofern das Risiko für den Patienten gering ist.

Die aktuelle Corona-Pandemie stellt Mediziner vor völlig neue Herausforderungen. Sind Krebspatienten automatisch Risikopatienten im Hinblick auf das Corona-Virus? Wie können sie sich jetzt zusätzlich schützen? Und wie gehen Sie selbst in der Praxis mit den Gefahren durch das Virus für Ihre Patienten um?

Krebspatienten sind nicht automatisch Risikopatienten im Hinblick auf das Corona-Virus. Es besteht häufig der Irrglaube, dass Krebspatienten ein schlechtes Immunsystem hätten. Das stimmt so nicht, das Problem ist nur das die Tumorzelle, entstanden aus einer gesunden Zelle des Betroffenen, der Ursprungszelle so ähnlich sieht, dass das Immunsystem sie nicht als falsch erkennt. Erst Chemo- oder Strahlentherapie können das Immunsystem eines Krebspatienten so schwächen, dass er zu einem Risikopatienten im Hinblick auf das Corona-Virus wird.

Für diese Situation ist es daher wichtiger als jemals zuvor die Sinnhaftigkeit der Chemo oder Strahlentherapie kritisch zu überprüfen und gegebenenfalls integrative Begleittherapien zum Erhalt des Immunsystems einzusetzen.

Schon vor der Corona-Krise gehörte eine familiäre Atmosphäre mit wenig Patienten die gleichzeitig behandelt werden zu unserer Philosophie. Das zahlt sich jetzt auch zu Corona-Zeiten aus. Bisher haben wir glücklicherweise nicht einen einzigen Betroffenen.

Wagen wir einen Blick in die Zukunft: Wo geht die Krebstherapie aus Ihrer Sicht hin?Was sind, Ihrem persönlichen Eindruck nach, die aktuell vielversprechendsten Ansätze unter den innovativen Verfahren?

Die alternativ-integrativen Therapieansätze werden zunehmend wichtiger werden und Einzug in die Standardtherapien haben. Die Grenzen zwischen Schul- und Alternativmedizin haben schon begonnen zu verwischen.

Ein gutes Beispiel sind hier die Empfehlungen zu Ernährung und Bewegung bei Krebserkrankungen. Wurden diese früher als irrelevant („können Sie machen wenn Sie meinen dass Ihnen das hilft“) abgetan, so gibt es heute hierzu eindeutige wissenschaftliche Belege, dass durch entsprechende Änderungen der Gewohnheiten die Prognose des Betroffenen deutlich gebessert werden kann.

Herr Dr. Drevs, wir danken Ihnen für dieses Interview.

Anschrift: Unifontis Praxis für integrative Onkologie Apothekenweg 6 38173 Sickte Kontakt: Telefon +49 5305 912568 0 Telefax +49 5305 1317 Mobil +49 151 27546819 Email: Kontakt@unifontis.net Web: www.unifontis.net