Kraftstoff, Futtermittel, Bodenverbesserer

Raps ist ein Multitalent mit vielen Gesichtern

Raps ist ein Multitalent mit vielen Gesichtern

(djd). Für die meisten Menschen ist der Raps ein echter Sommerbote: leuchtend gelbe Felder, soweit das Auge reicht. Und in der Luft liegt der typische süße Geruch, der an den Honig erinnert, den die Bienen aus der üppigen Blütenpracht gewinnen. Aus Raps entstehen aber nicht nur Honig und bekömmliches Salatöl für die gesunde Küche: Die Ölpflanze ist ein wichtiger Rohstoff für die Herstellung von Biokraftstoffen aus einheimischen nachwachsenden Quellen. Biodiesel aus Raps leistet heute den mit Abstand größten Beitrag zum Klimaschutz im Tank, denn er verursacht rund 70 Prozent weniger Kohlendioxid-Emissionen als fossile Kraftstoffe. Zugleich steht Raps aus heimischem Anbau nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion – eher ist das Gegenteil der Fall.

Anbauflächen doppelt nutzen: Aus Raps entstehen Eiweißfuttermittel und Kraftstoff

Aus Raps, der für die Herstellung von Biodiesel genutzt werden kann, entsteht als Koppelprodukt bei der Ölpressung ein hochwertiges und nahrhaftes Eiweißfuttermittel für Rinder und Kühe, Schweine oder Geflügel. Nur rund 40 Prozent des Rapskorns bestehen aus Öl, das zu Biodiesel verarbeitet werden kann – etwa 60 Prozent werden zu Tierfutter verarbeitet. Laut Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V. (VDB) deckt das bei der Pressung der Rapskörner entstehende Rapsextraktionsschrot bis zu 42 Prozent des deutschen Gesamtschrotverbrauchs ab. Das bedeutet, dass weniger Futtermittel beispielsweise aus Soja gebraucht werden, und dass sie nicht aus Regionen importiert werden müssen, in denen Regenwälder für Agrarflächen gerodet werden. Zudem werden die hiesigen Anbauflächen doppelt genutzt – für die Herstellung von Biokraftstoffen plus Futtermittel. Unter www.biokraftstoffverband.de gibt es Hintergrundinfos und Studien zum Anbau und Einsatz der Ölpflanze in Deutschland.

Bis zu 10 Prozent mehr Getreide durch Bodenverbesserungen im Fruchtwechsel

Landwirte schätzen den Raps noch aus einem weiteren Grund. Raps wurzelt tief und lockert den Boden auf natürliche Weise auf. Die Pflanze erschließt Nährstoffe aus tieferen Bodenbereichen und trägt zur Bodenverbesserung bei, indem ihr Stroh untergepflügt wird oder als Mulch auf dem Feld verbleibt. Wird Raps in der Fruchtfolge mit Getreide angebaut, lassen sich beispielsweise bei Weizen um die 10 Prozent höhere Erträge erwirtschaften.

Was die Biokraftstoffproduktion für unsere Gesundheit tut

(djd). Biodiesel wird in Deutschland in erster Linie aus Raps erzeugt. Biokraftstoffe leisten einen wichtigen Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstoßes und damit zur Erreichung der Klimaziele. Rapsanbau und Biodiesel sind aber auch an anderer Stelle gut für unsere Gesundheit: Als Nebenprodukt wird Glyzerin erzeugt. Dieser Grundstoff spielt in vielen Bereichen eine wichtige Rolle – zum Beispiel bei der Herstellung von Medikamenten sowie in Kosmetika und Lebensmitteln. Glyzerin, das bei der Produktion von Rapsbiodiesel anfällt, hat in Deutschland Glyzerin aus fossilen Rohstoffen vollständig verdrängt und wird sogar in großem Umfang exportiert.

Bildergalerie:
     


Bildquellen und Urheberrechte:
— Bildunterschrift für Bild 1 —
Gelbe Rapsfelder sind nicht nur schön für die Landschaft, sondern schonen, zu Biokraftstoff verarbeitet, auch die Umwelt.
Foto: djd/www.biokraftstoffverband.de/VDB e.V./Hendrik Rauch

— Bildunterschrift für Bild 2 —
Rapspflanzen liefern Öl für umweltfreundliche Biokraftstoffe und zugleich hochwertiges Eiweißfutter für Nutztiere.
Foto: djd/www.biokraftstoffverband.de/VDB e.V./Hendrik Rauch

— Bildunterschrift für Bild 3 —
Weil aus Raps neben Biokraftstoff auch hochwertiges Tierfutter hergestellt wird, macht die Ölpflanze uns unabhängiger von Sojaimporten.
Foto: djd/www.biokraftstoffverband.de

— Bildunterschrift für Bild 4 —
Raps für die Biokraftstoffgewinnung lässt sich sehr gut im Fruchtwechsel mit Getreide anbauen.
Foto: djd/www.biokraftstoffverband.de/VDB e.V./Hendrik Rauch