Krebs durch Stress?

Können hohe Belastungen in Beruf und Alltag Tumorerkrankungen fördern?

Auch durch ihr Einkaufsverhalten können Verbraucher Treibhausgase einsparen

(djd). Warum bekommen manche Menschen Krebs und andere nicht? Generationen von Wissenschaftlern und zahlreiche Studien konnten diese Frage bis heute nicht eindeutig beantworten. Oft scheint es einfach Zufall zu sein, manchmal ist eine genetische Veranlagung erkennbar, selten ein eindeutiger Auslöser wie etwa radioaktive Strahlung. Mit großer Sicherheit kann immerhin gesagt werden, dass Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum, Übergewicht, Bewegungsmangel und UV-Strahlung bestimmte Krebsarten begünstigen. Ob auch Stress zu diesen Risikofaktoren gehört, wird noch untersucht.

Schwierige Beweislage

„Gestresst“ zu sein gehört geradezu zur Grundausstattung des digital vernetzten, doppelt- oder dreifachbelasteten, stets erreichbaren modernen Menschen. Und dass langfristiger Stress Krankheiten wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und Depressionen begünstigt, gilt als erwiesen. Da ist es naheliegend, auch einen Zusammenhang mit der Krebsentstehung zu vermuten. So argumentieren einige Wissenschaftler, dass ein dauerhaft erhöhter Spiegel des Stresshormons Cortisol beispielsweise das Immunsystem schwächen und so zur Tumorentstehung beitragen kann. Diese Zusammenhänge gelten jedoch nicht als gesichert.

Dazu kommt, dass die Erforschung von Stress auf die Krebsentstehung methodisch sehr schwierig ist, da nicht nur jeder Mensch Stress unterschiedlich empfindet, sondern auch lange Zeiträume und große Personenzahlen untersucht werden müssen. „Bisherige Studien konnten keinen überzeugenden Nachweis für einen direkten Zusammenhang zwischen Stress und Krebsentstehung erbringen“, sagt Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes. „Wer häufig unter Strom steht, sollte sich also durch den Gedanken, dadurch Krebs zu bekommen, nicht zusätzlich stressen.“

Indirekte Wirkung von Stress

Obwohl nicht erwiesen ist, dass Stress direkt krebsauslösend wirkt, gibt es Hinweise, dass er auf indirektem Weg zur Entstehung von Krebserkrankungen beitragen kann. Denn in Belastungssituationen verhalten sich viele Menschen gesundheitsschädigend, rauchen beispielsweise mehr, trinken mehr Alkohol und essen ungesund. Stressabbau kann also dazu beitragen, bekannte Risikofaktoren für Krebs zu eliminieren. Auch unabhängig von der Frage, ob Stress das Risiko für Krankheiten erhöht, ist es ein lohnendes Ziel, Belastungen zu reduzieren, um Lebensqualität zu gewinnen. Bei Fragen zum Thema Stress und Krebs kann man sich kostenlos an den Krebsinformationsdienst wenden unter Telefon 0800-4203040. Eine Zusammenfassung der aktuellen Erkenntnisse zum Thema bietet auch die Internetseite www.krebsinformationsdienst.de unter dem Punkt „Vorbeugung“.

Was ist Stress und woher kommt er?

(djd). Biologisch gesehen ist Stress die Antwort des Körpers auf Belastungen. Sie kann kurzfristig erfolgen durch die Ausschüttung von Adrenalin, das den Körper für wenige Minuten quasi in einen Flucht- oder Kampfmodus versetzt. Auch bei länger andauernden Belastungen kommt es zur Ausschüttung von Hormonen, die Veränderungen im Körper bewirken. Ausgelöst werden kann Stress etwa durch hohe Arbeitsanforderungen, belastende Ereignisse wie Scheidung oder Tod eines Angehörigen, Mobbing, Konkurrenzdruck und viele andere Faktoren. Auch eine Krebserkrankung verursacht Stress und bringt viele Herausforderungen mit sich. Unterstützung erhalten Patienten und Angehörige etwa in regionalen Krebsberatungsstellen. Adressen gibt es unter www.krebsinformationsdienst.de.

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— Bildunterschrift für Bild 1 —
Dauerhafter Stress kann den Körper schädigen. Ein Zusammenhang mit der Entstehung von Krebs ist allerdings nicht erwiesen.
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— Bildunterschrift für Bild 2 —
Wer ständig unter Strom steht, vernachlässigt oft seine Gesundheit.
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