Persönliche Risiken kennen, Vorteile nutzen

Experten klärten auf gynäkologischem Fachkongress über Hormone auf

Experten klärten auf gynäkologischem Fachkongress über Hormone auf

(djd). Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen gehören zu den typischen Wechseljahresbeschwerden. Doch obwohl etwa ein Drittel der Frauen sehr stark unter den Symptomen leidet, scheuen sich viele vor einer Behandlung ihrer Beschwerden – aus Angst vor gesundheitlichen Risiken. Dabei überwiegt bei den meisten Frauen mit einer individuellen Hormonersatztherapie der Nutzen.

Diabetes- und Osteoporose-Gefahr senken

Das erläuterten auch Experten auf dem diesjährigen Fortbildungskongress der Frauenärztlichen BundesAkademie (FOKO) anhand der jüngsten Auswertung der Women’s Health Initiative (WHI) Studie. Diese hatte gezeigt: Eine fünf- bis siebenjährige Hormonersatztherapie kann die Gefahr von Diabetes, Osteoporose und Darmkrebs senken. Frühzeitig im Alter zwischen 50 und 59 Jahren begonnen, erwies sich die Sterblichkeit bei Hormoneinnahme sogar geringer als unter einem Placebo-Präparat. Durch die frühzeitige und transdermale, also über die Haut verabreichte Behandlung mit körperidentischem Östradiol (wie Gynokadin Dosiergel) lässt sich das Thrombose- sowie Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko offenbar weitestgehend reduzieren. Üblich ist heute eine individualisierte Hormonersatztherapie, bei der der Arzt mithilfe einer detaillierten Anamnese die gesundheitlichen und familiären Voraussetzungen der Patientin in die Therapieentscheidung mit einbezieht.

Hormonersatztherapie frühzeitig beginnen

Wichtig ist, dass Frauen sich möglichst rasch nach ihrer letzten Regelblutung an ihren Gynäkologen wenden, wenn sie eine Hormonbehandlung wünschen. Denn ein frühzeitiger Therapiebeginn, das heißt innerhalb von 10 Jahren nach der letzten Regelblutung, ist eine der wesentlichen Grundvoraussetzungen für eine möglichst risikoarme Hormonersatztherapie. Außerdem sollten sie sich gut auf das Gespräch vorbereiten. Unter www.hormontherapie-wechseljahre.de gibt es weitere Informationen. So ist es ratsam, sich im Vorfeld gezielte Fragen zu überlegen, sich über familiäre Vorerkrankungen zu erkundigen und diese zu notieren sowie über den Zeitpunkt und die Länge der letzten Monatsblutung Bescheid zu wissen. Auf diese Weise kann der Arzt die Behandlung optimal auf die Patientin abstimmen und eventuelle Risiken berücksichtigen.

Hormone und Brustkrebsrisiko

(djd). Auch die Frage, inwieweit eine Hormonersatztherapie das Brustkrebsrisiko beeinflusst, war beim FOKO-Kongress 2018 ein wichtiges Thema. Um das Risiko zu reduzieren, sollte man bei einer kombinierten Hormonersatztherapie mit Östrogen auf die Wahl des Gestagens achten, das zum Schutz der Gebärmutterschleimhaut zusätzlich verabreicht wird. Orales natürliches Progesteron (wie in Utrogest) zeigte sich in Beobachtungsstudien im Hinblick auf das Brustkrebsrisiko sicherer als die Anwendung künstlicher Gestagene.

Bildergalerie:


Bildquellen und Urheberrechte:

— Bildunterschrift für Bild 1 —
Wer eine Hormonersatztherapie wünscht, sollte sich vorher gut informieren und über familiäre Vorerkrankungen erkundigen.
Foto: djd/Hormontherapie Wechseljahre/Getty

— Bildunterschrift für Bild 2 —
Entspannt durch die Wechseljahre: Bei den meisten Frauen überwiegt bei einer individuellen Hormonersatztherapie der Nutzen die Risiken.
Foto: djd/Hormontherapie Wechseljahre/thx