Raus aus der Opferrolle

Wie Senioren Gleichgewichtsstörungen aktiv begegnen können

Wie Senioren Gleichgewichtsstörungen aktiv begegnen können

(djd). „Hilfe, ich falle“ – wer eine Schwindelattacke erleidet, dem zieht es buchstäblich den Boden unter den Füßen weg. Vor allem viele ältere Menschen klagen über wiederkehrenden Schwindel. Die Betroffenen trauen sich deshalb oft nicht mehr alleine aus dem Haus. Sie ziehen sich aus Angst vor Stürzen in die Passivität zurück. Damit setzt sich häufig eine bedrohliche Abwärtsspirale in Gang: Mangelnde Bewegung verursacht ein Nachlassen von Durchblutung, Motorik, Koordination und Körperkraft, was wiederum das Sturzrisiko erhöht. Nur der Gang zum Arzt kann diesen Teufelskreis stoppen. Während der Untersuchung schließt er ernsthafte Ursachen wie neurologische Störungen, Herz-Kreislauf- oder Innenohr-Erkrankungen aus. Danach beginnt die Suche nach der geeigneten medikamentösen Behandlung. Gerade die Suche nach Medikamenten kann sich mitunter schwierig gestalten: Denn bereits Senioren zwischen 60 und 64 Jahren nehmen täglich durchschnittlich zwei bis drei Medikamente ein, mit über 80 sind es sogar vier bis fünf – meist gegen Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlafstörungen und altersbedingte Depressionen.

Bei Medikamenten auf Wechselwirkungen achten

Doch kombiniert man verschiedene Arzneimittel, kann es leicht zu unerwünschten Wechselwirkungen der verschiedenen Medikamente kommen. Viele Ärzte folgen in der medikamentösen Therapie von Schwindel daher inzwischen den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM), die in ihrer hausärztlichen Leitlinie zur Schwindeltherapie das Arzneimittel Vertigoheel als einziges natürliches Präparat aufführt. Es lässt sich problemlos mit anderen Medikationen kombinieren. Anders als chemische Schwindelarzneien hat es keine dämpfende Wirkung und beeinträchtigt somit nicht die Anpassungsmechanismen des Gehirns, die es zu fördern gilt.

Durch Training resistenter gegen Schwindel

Die sogenannte Priscus-Liste führt 80 Wirkstoffe aus 20 Wirkstoffklassen auf, die für Senioren aus verschiedenen Gründen nicht empfehlenswert erscheinen. Weitere Informationen dazu gibt es in der Broschüre des Bundesministeriums für Bildung und Forschung „Medikamente im Alter: Welche Wirkstoffe sind ungeeignet?“ unter www.bmbf.de. Gut zu wissen: Auch in fortgeschrittenem Alter lassen sich nicht nur die Muskeln, sondern auch der Gleichgewichtssinn trainieren. Spezielle Trainingsvideos finden sich unter www.schluss-mit-schwindel.de im Internet. Zusätzlich gibt es ein Übungsposter zum Download.

Schwindel – wohin wenden?

Der Hausarzt ist für Schwindelpatienten der erste Ansprechpartnerx. Betagte Betroffene finden auch bei einem Altersmediziner (Geriater) eine gute Anlaufstelle, da er die besonderen Voraussetzungen älterer Patienten kennt. Adressen gibt es beispielsweise auf der Internetseite der Bundesärztekammer. Bleibt die Ursache der Schwindelsymptomatik unerkannt, sollten die Fachbereiche HNO, Orthopädie, Neurologie, Kardiologie und Psychiatrie abgeklärt werden. Zudem gibt es an vielen Universitätskliniken spezielle Schwindelambulanzen.

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Bildquellen und Urheberrechte:

— Bildunterschrift für Bild 1 —
Regelmäßiges Gleichgewichtstraining und ein verständnisvoller Partner geben Schwindelpatienten mehr Sicherheit im Alltag.
Foto: djd/Vertigoheel/thx

— Bildunterschrift für Bild 2 —
Gemeinsames Sporttreiben verbindet und senkt die Verletzungsgefahr bei Stürzen im Alter.
Foto: djd/Vertigoheel/thx