Selbstbestimmt und spontan

Der Paderborner Künstler Olav Schiedel leidet an einer seltenen Stoffwechselkrankheit, die ihn in seiner Mobilität stark einschränkt und ihn im Alltag vor so manches Hindernis stellt. Seit geraumer Zeit ist Olav Schiedel mit dem EWO-Life-Rollator unterwegs und berichtet dem Gesundheitsboten NRW über seine ersten Erfahrungen und wie sich das Gefährt im Praxistest schlägt.

Herr Schiedel, warum sind Sie auf einen Rollator angewiesen?

Ich leide unter einer seltenen Stoffwechselstörung namens Phosphat-Diabetes. Neben einer schmerzhaften Erweichung der Knochen ist diese Erkrankung sehr kräftezehrend und führt unter anderem zu einer allgemeinen Muskelschwäche und Wadenkrämpfen. Seit Anfang 2018 nutze ich einen Standard-Rollator, um mich einerseits beim Gehen abstützen zu können, andererseits um mich setzen zu können, wenn es notwendig wird. Den EWO-Rollator nutze ich seit Sommer 2020 als Ergänzung.

Wo und wann kommt der EWO-Rollator bei Ihnen zum Einsatz?

Ich versuche den „EWO“ nur an sehr schmerzhaften Tagen zu nutzen, damit ich meine Muskeln weiter in Bewegung halte. Im Schnitt jeden dritten Tag. Ich verwende ihn dann für alltäglichen Dinge wie Einkaufen oder die Wege zu Ärzten und Therapeuten. Gelegentlich unternehme ich aber auch reine Spaßfahrten. Da genieße ich es sehr, ohne Schmerzen in den Beinen einfach etwas unternehmen zu können. So etwas hatte ich ganz hintenangestellt.

Der Rollator begleitet Sie seit geraumer Zeit im Alltag, wie macht er sich?

Ich bin sehr zufrieden. Der Rollator ist robust gebaut. Nur hält der Akku bei mir oft nicht ganz so lange. Das ist aber den oft ungünstigen Steigungen in der Paderborner Innenstadt geschuldet, wo ich sehr oft unterstützend die Berg-Anfahrhilfe einsetzen muss. Das zerrt natürlich stark am Akku. Wer den EWO täglich einsetzen will, sollte sich einen Ersatzakku anschaffen.

Was gefällt Ihnen am besten?

Die leichte Handhabung, der kleine Wendekreis und die Vielseitigkeit. Auch, wenn ich den EWO fast nur mit dem Sitz nutze: Als letztens einmal der Akku nicht mehr ganz für den Rückweg reichte, konnte ich Sitz und Stehfläche nach vorne klappen und das Gefährt aus eigener Kraft nach Hause schieben. Und dabei ist mir nicht aufgefallen, dass ich gut 30 kg geschoben habe. Das fand ich bemerkenswert.

In welcher Hinsicht hat der Rollator Ihr Leben vereinfacht?

Durch das Wegfallen schmerzhafter Wege bleibt mehr Kraft übrig, die ich in meine Malerei stecken kann. Er bringt ein wenig mehr Selbstbestimmtheit und Spontaneität in den Alltag zurück. Ich vergesse schon mal das eine oder andere, wenn ich mit meiner Pflegekraft zum Großeinkauf war. So etwas ärgert mich jetzt nicht mehr, ich fahre einfach nochmal selber los. Kleinigkeiten passen ja gut vorne in den Korb. Auch kann ich meine Wege in der Stadt unabhängig vom ÖPNV planen, was gerade zur Zeit bei erhöhter Ansteckungsgefahr ein zusätzlicher Bonus ist.

Auf welche Schwierigkeiten sind Sie gestoßen, was finden Sie hinderlich?

Bei meinem Model mit Trommelbremse finde ich lediglich das Feststellschloss schwer zugänglich. Ich weiß allerdings nicht, wie das bei der Ausführung mit Scheibenbremse gelöst ist. Ein weiteres Problem war zunächst das in Paderborn gern verwendete historische Kopfsteinpflaster, was für meinen Rücken jedoch teilweise unangenehm zu befahren war. Hier habe ich bei dem EWO eine gefederte Sattelstange nachgerüstet. So konnte ich das Problem für mich lösen. Hier ist für mich unverständlich wie in Sachen Stadtplanung Menschen mit Bewegungseinschränkungen oft nicht berücksichtigt werden. Aber das ist ein anderes Thema.

Wie ist die Resonanz auf den EWO-Rollator?

Durchweg positiv. Gerade andere Menschen mit Bewegungseinschränkungen sind interessiert und sprechen mich auf mein Vehikel an. Bei einer Ausstellungseröffnung hatte sich darüber sogar ein längeres und sehr interessantes Gespräch mit einem älteren Herrn entwickelt, bei dem spät eine Kinderlähmung nochmal ausgebrochen ist. Tenor des Gespräches war, wie hilfreich moderne Technik doch sein kann und dass wir beide uns sehr über die neuen Möglichkeiten und Entwicklungen freuen.

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