Sicher reisen mit Gerinnungshemmern

Patienten können ihre Werte mit einem Messgerät bequem an jedem Ort überprüfen

atienten können ihre Werte mit einem Messgerät bequem an jedem Ort überprüfen

(djd). Manche Menschen werden quasi mit dem Koffer in der Hand bereits geboren. Für sie gibt es nichts Schöneres, als all die wunderschönen Flecken zu erkunden, die unsere Erde zu bieten hat. Ein großer Traum von Erika S. war beispielsweise ein Roadtrip durch die Vereinigten Staaten. Alles war schon geplant – doch dann erhielt die damals 33-Jährige die Diagnose einer tiefen Beinvenenthrombose, aus der sich eine schwere Lungenembolie entwickelte. Anstatt die schwarzgold gefärbten Wände des Grand Canyon zu bewundern, musste Erika umgehend im Krankenhaus behandelt werden. Dort erfuhr sie, dass aufgrund ihrer starken Thromboseneigung eine lebenslange Therapie mit gerinnungshemmenden Medikamenten notwendig sein würde. Aus Angst, dass der Gerinnungswert unterwegs außer Kontrolle geraten könnte, sagte die Patientin ihre Reise ab.

Gerinnungswert häufiger überprüfen

Tatsächlich können Klimawechsel, vermehrte körperliche Aktivität, Impfungen oder ein anderer Speiseplan die Blutgerinnungswerte verändern. Privatdozent Dr. med. Christoph Sucker, Facharzt für Transfusionsmedizin und Innere Medizin am Gerinnungszentrum Berlin, hat viel Erfahrung in der Betreuung von Patienten mit einer Gerinnungsstörung. Er rät Betroffenen, während der Reise ihren Gerinnungswert häufiger zu überprüfen. Dies kann in der Arztpraxis erfolgen, oder mit einem handlichen Messgerät in Eigenregie. Ein kleiner Blutstropfen aus der Fingerkuppe genügt, um unabhängig vom Arztbesuch die aktuelle Blutgerinnung zu überprüfen. „So lernen Patienten auch, wie ihr Körper auf die Veränderungen, die eine Reise mit sich bringt, reagiert, und können ihre Medikamentendosis selbständig anpassen. Dazu ist zwar etwas Routine nötig – diese haben die Patienten in der Regel aber schon zu Hause erworben“, erklärt Dr. Sucker. Informationen zum Thema gibt es unter www.coaguchek.de sowie werktags von 8 bis 18 Uhr unter der kostenfreien Telefonnummer 0800-0800855.

Gerinnungs-Selbstmanagement sorgt für Sicherheit

Auch Erika S. nahm an einer Patientenschulung teil und konnte mit einem entsprechenden Messgerät, griffbereit in der Reisetasche, die Amerikareise nachholen und genießen. Zudem fühlte sich die Teilnehmerin am Gerinnungs-Selbstmanagement (GSM) auch im Alltag sicherer und hatte ihre Werte stets im Blick. Den Gerinnungswert eigenständig zu messen, bedeutet für viele Menschen ein enormes Plus an Lebensqualität. Die Kosten für die Schulung und das Messsystem übernehmen in der Regel die Krankenkassen.

Sicher unterwegs mit Gerinnungshemmern

Das Wichtigste in Kürze:

  • Risiken der Reise, Impfungen und Medikamenteneinnahme mit dem Arzt besprechen, eine Auslandskrankenversicherung abschließen, den Gerinnungsausweis mitführen
  • Während der Reise bequeme Kleidung tragen und als Thrombosepatient an Kompressionsstrümpfe und regelmäßige Bewegung denken
  • gewohnte Einnahmezeit der Medikamente am Urlaubsort beibehalten
  • Unfallrisiken unterwegs, etwa beim Sport, am Strand und beim Baden, vermeiden
  • Messutensilien für das Gerinnungs-Selbstmanagement beim Fliegen ins Handgepäck geben und unterwegs gut geschützt in die Mitte des Koffers oder Rucksacks verstauen
  • Teststreifen und Kontrollsubstanzen während des Hotelaufenthaltes bei Kühlschranktemperaturen lagern

Bildergalerie:


Bildquellen und Urheberrechte:

— Bildunterschrift für Bild 1 —
Mehr Sicherheit für Patienten: Das Messgerät zur Kontrolle des Gerinnungswertes wandert mit.
Foto: djd/Roche Diagnostics Deutschland GmbH/Crin – stock.adobe.com

— Bildunterschrift für Bild 2 —
Der Klimawechsel während einer Fernreise kann sich auf die Blutgerinnungswerte auswirken.
Foto: djd/Roche Diagnostics Deutschland GmbH/123rf

— Bildunterschrift für Bild 3 —
Mehr Lebensqualität auf Reisen – dank Gerinnungs-Selbstmanagement.
Foto: djd/Roche Diagnistics Deutschland GmbH

— Bildunterschrift für Bild 4 —
Wer seine Gerinnung unterwegs im Auge behält, kann vermeiden, dass die Werte entgleisen.
Foto: djd/Roche Diagnostics Deutschland GmbH

— Bildunterschrift für Bild 5 —
Das Messgerät stoßfest in der Reisetasche verstauen – dann kann es auch schon losgehen.
Foto: djd/Roche Diagnostics Deutschland GmbH