Vieles ist unsichtbar

Multiple Sklerose ist für Außenstehende oft nicht zu erkennen

Menschen mit MS stehen heute oft mitten im Beruf. Doch gerade dort können die unsichtbaren Symptome eine große Belastung darstellen. (Foto: djd/Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft/Getty/Caiaimage/A. Olek)

Wer mit Gipsverband und Krücken zur Arbeit kommt oder in einen Bus einsteigt, kann meist mit Rücksichtnahme und Verständnis rechnen. Aber es gibt auch schwerwiegende Erkrankungen, die für Außenstehende nicht ohne Weiteres zu erkennen sind. So ist vielen Menschen mit Multipler Sklerose (MS) auf den ersten oder zweiten Blick nichts anzusehen. Denn im Gegensatz zu weit verbreiteten Klischees bedeutet MS heute in den meisten Fällen nicht mehr, im Rollstuhl sitzen zu müssen. MS-Erkrankte führen oft nach außen hin ein ganz normales Leben, gehen zu Arbeit, pflegen Hobbys und gründen Familien.

Fatigue ist keine Faulheit

Diese positive Entwicklung ist vor allem modernen Medikamenten und Behandlungsmethoden zu verdanken, mit denen sich die Krankheit zwar nicht heilen lässt, der Verlauf aber deutlich verlangsamt werden kann. Trotzdem bleibt MS eine schwerwiegende Erkrankung, und gerade ihre unsichtbaren Symptome können Betroffene massiv einschränken. Dazu gehört beispielsweise die Fatigue, eine abnorme Erschöpfbarkeit, die sich auch durch viel Schlaf nicht bessert. Häufig treten kognitive Probleme wie Vergesslichkeit und Konzentrationsschwierigkeiten auf. Erkrankte leiden dann nicht nur unter den Symptomen, sondern oft auch unter dem Unverständnis von Familie und Arbeitsumfeld, wo es zu falschen Einschätzungen wie „faul“ oder „unzuverlässig“ kommen kann. Damit MS-Erkrankte statt Verständnislosigkeit Unterstützung bekommen, sind verlässliche Informationen wichtig – sowohl für sie selbst als auch für Ihr Umfeld. Neutral und umfassend beantwortet die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. unter www.dmsg.de Fragen zu Krankheit und Therapie. Die Fachgesellschaft vertritt die Belange der mehr als 240.000 MS-Erkrankten in Deutschland, bietet ihnen und ihren Angehörigen Beratung und Unterstützung in 16 Landesverbänden. Der Verband fördert die MS-Forschung, bildet Pflegekräfte und MS-Schwestern fort und unterhält ein Verzeichnis mit MS-Praxen und Kliniken, die mit dem DMSG-Zertifikat ausgezeichnet worden sind. Einen geschützten Raum zum Austausch finden MS-Betroffene im sozialen Netzwerk MS Connect.

Die Belange von MS-Erkrankten sichtbar machen

Eine weitere Plattform, um auf die Situation von MS-Erkrankten aufmerksam zu machen, eröffnet der DMSG-Bundesverband im Rahmen des Welt-MS-Tages. Menschen mit MS haben es auch selbst in der Hand, über ihre Krankheit aufzuklären, ein besseres Verständnis zu fördern und die nötigen Hilfen einzufordern. Ein offener Umgang mit den Problemen kann dabei helfen. Ihre Sicht und ihre Erfahrungen können MS-Betroffene im bundesweiten Wettbewerb öffentlich sichtbar machen.

Quelle: Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG), Bundesverband e. V., Hannover