Warnsignale erkennen

Gefahr Burn-out: Wenn Körper und Seele Alarm schlagen

Gefahr Burn-out: Wenn Körper und Seele Alarm schlagen

(djd). Für fast alles gibt es eine App, Maschinen erleichtern Arbeitsvorgänge und autonomes Fahren soll in naher Zukunft zum Standard werden. Mit der Digitalisierung hat sich unsere Welt verändert. Zwar eröffnen sich damit neue Berufschancen, alles wird flexibler und die Technisierung bringt Entlastung von monotoner und körperlich anstrengender Arbeit. Doch die Schattenseite der Medaille zeugt von permanentem Leistungsdruck, psychischem Stress durch vermehrte Kontrolle, Auflösung fester Beschäftigungsverhältnisse und dem Verlust von Arbeitsplätzen. Auch die Gesellschaft hat sich damit verändert – familiäre Bindungen brechen auseinander, Scheidungen sind an der Tagesordnung. Man definiert sich vermehrt über Arbeit und Erfolg.

Warnsignale für den drohenden Zusammenbruch

Kommen finanzielle Schwierigkeiten hinzu, eigene Gesundheitsprobleme oder entsteht aus moralischer Verpflichtung kranker Angehöriger gegenüber eine Doppelbelastung, geraten viele Betroffene an ihre Belastungsgrenze. Ob man als Berufstätiger ins Burn-out steuert, lässt sich laut Stressexpertin Nathalie Mong (Psychologische Psychotherapeutin) an bestimmten Warnsignalen erkennen. Dazu gehören eine erhöhte Infektanfälligkeit, starke körperliche Erschöpfung, Reizbarkeit, Verlust der Motivation sowie sozialer Rückzug. Nur wer erkennt, wie weit der persönliche Stresslevel bereits vorangeschritten ist, kann gegensteuern. Feststellen lässt sich die Ist-Situation beispielsweise anhand des Online-Fragebogens unter www.imzig.de, der von spezialisierten Medizinern zusammen mit der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität und der Barmer-Ersatzkasse entwickelt wurde. Einfach ausfüllen, abschicken und auf dem Postweg eine kostenlose Auswertung von Fachärzten mit Handlungsempfehlungen erhalten. Weitere Informationen und eine telefonische Beratung hierzu gibt es auch unter 08061-908050.

Das eigene Leben in den Mittelpunkt stellen

Um rechtzeitig die Notbremse ziehen zu können, sollten sich Burn-out-Gefährdete auf die Suche nach den Gründen begeben, die zu ihrer Erschöpfung geführt haben. Es ist wichtig, sich mit professioneller Hilfe ein klares Bild über die persönlichen Bedürfnisse zu machen und ihnen Raum zu geben. Hilfe bei der Ursachenforschung, Anleitung zu konkreten Achtsamkeits- und Entspannungsübungen sowie professionelle Unterstützung zu den Themen Ernährung und Bewegung, Schlafhygiene, selbstfürsorgliches Verhalten sowie Regenerations- und Genussfähigkeit erhalten Betroffene beispielsweise über das IMZIG-Präventionsprogramm. Zum Kennenlernen kann ein Auszeitwochenende, eine Auszeitwoche oder die von einigen Krankenkassen bezuschusste dreiwöchige Kur gebucht werden.

Wer ist vom Burn-out gefährdet?

  • Perfektionisten, die sehr hohe Erwartungen an ihre eigene Person und ihr Umfeld stellen – im beruflichen wie auch im privaten Bereich.
  • Menschen, die von allen geliebt werden wollen und sich deshalb bis zur Selbstaufgabe aufopfern. „Nein“-Sagen haben sie nie gelernt und bürden sich immer mehr Arbeit auf, bis sie selbst kapitulieren.
  • Personen mit Vorbildfunktion, mit viel Verantwortung oder solche, die im Fokus der Öffentlichkeit stehen.
  • Frauen mit Doppelbelastung durch Job und Familie.
  • Selbstständige, die kaum eine Trennlinie zwischen Arbeit und Privatleben ziehen und zugunsten des Arbeitserfolges Freizeit, soziale Kontakte und Erholung vernachlässigen.

Bildergalerie:


Bildquellen und Urheberrechte:

— Bildunterschrift für Bild 1 —
Ein Online-Fragebogen kann Interessierten Auskunft über ihr persönliches Stresslevel geben.
Foto: djd/IMZIG

— Bildunterschrift für Bild 2 —
Moor hat eine entspannende Wirkung und kann für Muskeln und Gelenke wohltuend sein.
Foto: djd/IMZIG

— Bildunterschrift für Bild 3 —
Viele Frauen setzen sich aus finanziellen Gründen der Doppelbelastung von Kind und Karriere aus.
Foto: djd/IMZIG

— Bildunterschrift für Bild 4 —
Menschen, die hohe Erwartungen an sich selbst stellen, scheitern oft an ihren eigenen Hürden.
Foto: djd/IMZIG